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Genossenschaftswohnungen in Zürich: Genossenschaften, Wartelisten, Tipps

So läuft die Suche nach einer Genossenschaftswohnung in Zürich: Marktlage, Vergabe am Beispiel ABZ, Verzeichnisse und praktische Tipps.

Zuletzt aktualisiert: 28.10.2026

Zürich hat viele Genossenschaften und trotzdem kaum freie Wohnungen. Hier erfährst du, wie die Vergabe typischerweise läuft, wo du Genossenschaften findest und womit du deine Chancen verbessern kannst.

Die Ausgangslage

Bei der Leerwohnungszählung 2025 lag die Ziffer in der Stadt Zürich laut Kanton bei 0.10 Prozent, im Kanton bei 0.48 Prozent (Vorjahr: 0.56). Das heisst: Es ist fast nichts frei, und das gilt für den ganzen Markt.

Die Stadt Zürich verfolgt das sogenannte Drittelsziel. Laut ihrem Programm Wohnen 2026 soll der Anteil gemeinnütziger Wohnungen an den Mietwohnungen bis 2050 ein Drittel erreichen.

Wie Genossenschaften in Zürich vergeben

Einheitlich ist nichts. Der Regionalverband WBG Zürich schreibt, die meisten Genossenschaften führten keine Wartelisten mehr, man solle sich auf ausgeschriebene Wohnungen bewerben. Das Verzeichnis zuri.net schreibt dagegen, die Genossenschaften hätten meist lange Wartelisten. Beides kann stimmen; es hängt von der einzelnen Genossenschaft ab. Prüfe deshalb bei jeder, wie sie es macht.

Am Beispiel der grössten, der ABZ: Sie hat keine Warteliste für externe Interessierte. Freie Wohnungen erscheinen nur auf der ABZ-Website und bleiben mindestens 24 Stunden online. Du bewirbst dich über ein Online-Formular; Anrufe und E-Mails zählen dafür nicht. Ein Zufallsgenerator lädt 15 Personen zur Besichtigung ein, danach wählt die ABZ nach ihrem Vermietungsreglement. Eine Warteliste gibt es nur intern, für Mitglieder, die seit mindestens fünf Jahren dort wohnen und die Wohnung wechseln wollen. Die ABZ schreibt auch, Neubauten böten die besten Chancen.

Genossenschaften finden

Ein Verzeichnis mit Adressen findest du bei zuri.net, darin unter anderem ABZ, ASIG, BAHOGE, Baugenossenschaft Freiblick, Frohheim, GISA, Glattal, Graphika und Hagenbrünneli. Der Regionalverband WBG Zürich bietet eine Karte der gemeinnützigen Wohnbauträger. Auch auf Wohnify findest du eine Übersicht in unserem Genossenschaftsverzeichnis.

Praktische Tipps

  • Website-Check zur Routine machen. Genossenschaften schreiben freie Wohnungen laut WBG Zürich auf ihren eigenen Websites aus, meist nur kurz.
  • Zusätzlich auf Portalen ein Suchabo einrichten. Der Verband nennt Homegate, Flatfox und Newhome.
  • Dossier fertig haben: Betreibungsregisterauszug, Steuerabrechnung, Lohnausweis oder die Lohnabrechnungen der letzten drei Monate, Ausweiskopie, alles als PDF.
  • Auf Neu- und Umbauprojekte achten. Bei grösseren Neubauten bestehen laut WBG Zürich oft bessere Chancen, bei Umbauten gibt es häufiger Mieterwechsel. Bei Ersatzneubauten werden Altbauwohnungen manchmal befristet vermietet.
  • Nur auf passende Grössen bewerben. Häufig gilt die Regel «Personen plus eins».
  • Beratung holen, wenn das Budget knapp ist: Der Verband verweist auf Domicil, AOZ, Caritas (WohnFit), WOKO und Juwo.

Wohnify und Zürich

Weil Inserate teils nur kurz online sind, haben wir Wohnify gebaut: ein Alert-Dienst, der Genossenschaften beobachtet und dir neue Inserate meldet (CHF 9 pro Monat, 7 Tage gratis). Eine Übersicht zu Zürich findest du auf der Seite Genossenschaftswohnungen Zürich. Du kannst die Suche aber auch komplett von Hand machen, mit den Tipps oben.

Was du bei der ABZ zusätzlich wissen solltest

Wer bei der ABZ eine Wohnung bekommt, wird mit einem unbefristeten Vertrag Mitglied und zahlt Anteilkapital, das von der Wohnungsgrösse abhängt: CHF 4'500 für 2.5 Zimmer, CHF 5'500 für 3.5 Zimmer, CHF 6'500 für 4.5 Zimmer. Der Betrag ist bis zur Übergabe fällig und wird nach dem Auszug zurückbezahlt, sofern alle Pflichten aus dem Mietverhältnis erfüllt sind. Mehr dazu im Artikel zu Anteilscheinen und Belegung.

Intern vergibt die ABZ nach Prioritäten: zuerst Umzüge wegen eines Bauprojekts, dann Gründe für einen frühzeitigen Umzug, dann die Wohnqualität. Das erklärt, warum von aussen oft wenig sichtbar wird. Schon 2015 schrieb SRF, dass bei der ABZ die meisten Wechsel intern laufen und nur das extern ausgeschrieben wird, was intern nicht vergeben werden kann. Die Zahlen von damals sind überholt, das Prinzip dahinter wird von der ABZ heute noch beschrieben.

Eine kurze Checkliste vor der Bewerbung

  • Vergibt die Genossenschaft per Warteliste, Losverfahren oder Inserat?
  • Wo und wie lange werden freie Wohnungen ausgeschrieben?
  • Wird Mitgliedschaft und Anteilkapital verlangt, und in welcher Höhe?
  • Gilt eine Mindestbelegung, und passt sie zu deinem Haushalt?
  • Gibt es Einkommens- oder Vermögenslimiten (subventionierte Wohnungen)?

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Häufige Fragen

Wie viele Genossenschaftswohnungen gibt es in Zürich?

Eine belastbare Gesamtzahl können wir hier nicht angeben. Sicher ist das politische Ziel: Die Stadt will laut Programm Wohnen 2026 bis 2050 einen Drittel gemeinnützige Wohnungen an den Mietwohnungen erreichen.

Wie bewerbe ich mich bei der ABZ?

Über das Online-Formular zu einem ausgeschriebenen Inserat. Die Wohnungen sind mindestens 24 Stunden online, Telefon oder E-Mail genügen nicht. Ein Zufallsgenerator wählt 15 Personen für die Besichtigung aus.

Lohnt sich eine Warteliste?

Wo es eine gibt, ja, eine frühe Anmeldung verbessert die Chancen und muss meist regelmässig erneuert werden. Viele Genossenschaften haben aber keine mehr.

Gibt es befristete Genossenschaftswohnungen?

Ja, bei Ersatzneubauten werden Altbauwohnungen laut WBG Zürich manchmal befristet vermietet. Bei der ABZ werden befristete Mieter nicht Mitglied.

Quellen

Stand der Quellen: Oktober 2026. Regeln und Beträge ändern sich; verbindlich sind die Angaben der jeweiligen Genossenschaft.

Weitere Artikel findest du im Ratgeber.

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