Auch in Bern ist es eng, und es gibt keine zentrale Anmeldestelle für alle Genossenschaften. Jede Genossenschaft entscheidet selbst. Dieser Artikel zeigt dir, wo du die Genossenschaften findest und wie du vorgehst.
Die Lage in Bern
Die städtische Statistik meldete für 2025 eine Leerwohnungsziffer von 0.44 Prozent, unverändert gegenüber dem Vorjahr. Der Regionalverband Bern-Solothurn von Wohnbaugenossenschaften Schweiz zählt über 200 gemeinnützige Wohnbauträger mit mehr als 25'000 Wohnungen, allerdings über die ganze Region, nicht nur die Stadt.
Genossenschaften in Bern finden
Der Regionalverband veröffentlicht eine Mitgliederliste mit Adressen und meist einer Website. Er weist darauf hin, dass die Liste nicht vollständig ist, weil Mitglieder der Nennung im Internet zustimmen müssen. Die Liste ist nicht nach Regionen gegliedert; Berner Einträge erkennst du an der Postleitzahl 30xx.
Beispiele aus der Liste mit Adresse in der Stadt Bern: Baugenossenschaft Aare Bern, Baugenossenschaft BERNA, Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz, FAMBAU, Eisenbahner-Baugenossenschaft Bern, WOGENO Bern, Hauptstadt-Genossenschaft, Siedlungsgenossenschaft Wylergut, Wohnbaugenossenschaft Via Felsenau und Wohnbaugenossenschaft Warmbächli. Das ist eine Auswahl, keine Wertung.
Städtische Wohnungen
Neben den Genossenschaften vermietet die Stadt über Immobilien Stadt Bern eigene Wohnungen. Ein Teil davon läuft unter «Günstiger Wohnraum mit Vermietungskriterien». Dafür gelten Kriterien, die du im Merkblatt der Stadt nachlesen kannst; sie betreffen unter anderem den Bezug zur Stadt Bern. Die genauen Limiten ändern sich, lies sie deshalb direkt dort.
So gehst du vor
- Mitgliederliste durchgehen und die Genossenschaften in deinen Wunschquartieren notieren.
- Pro Genossenschaft nachsehen, ob sie eine Warteliste führt oder freie Wohnungen auf der Website ausschreibt. Der Dachverband hält fest, dass einige keine Wartelisten mehr haben und freie Wohnungen online ausschreiben.
- Wo eine Warteliste existiert: früh eintragen und den Eintrag nach Vorgabe erneuern.
- Dossier vorbereiten (Betreibungsregisterauszug, Einkommensnachweise, Ausweiskopie, als PDF).
- Neue Siedlungen beobachten: Bei Neubauten gibt es die meisten Wohnungen zu vermieten, sie sind aber teurer als ältere.
- Mit dem Regionalverband in Kontakt bleiben. Er hat eine Seite «Mitglied werden» und eine Kontaktstelle für Fragen zum genossenschaftlichen Wohnen.
Alerts statt Dauer-Refresh
Bei über zwei Dutzend Genossenschaften allein in der Stadt Bern ist es mühsam, jede Website täglich zu öffnen. Wohnify nimmt dir das ab und meldet dir neue Inserate (CHF 9 pro Monat, 7 Tage gratis). Unsere Berner Übersicht findest du unter Genossenschaftswohnungen Bern. Genauso gut kannst du dir einen Wochenrhythmus setzen und die Websites selbst prüfen.
Auch rund um Bern lohnt sich der Blick
Nicht jede Genossenschaft hat ihren Sitz in der Stadt. Die Mitgliederliste des Regionalverbands nennt in der Agglomeration unter anderem die Wohnbaugenossenschaft Bantiger (Ostermundigen/Rüfenacht), die Wohnbaugenossenschaft Oberfeld (Ostermundigen), Beau-Site und Schweizerhubel (Zollikofen), die Genossenschaft Lutertalpark (Bolligen) und die LEWO AG (Muri bei Bern).
Der Direktor des Verbands Wohnbaugenossenschaften sagte 2015 gegenüber SRF, die Nachfrage sei auf dem Land geringer und Land für neue Genossenschaftsbauten dort leichter zu finden. Er riet ausserdem, sich immer wieder zu bewerben, weil es Wechsel gebe und etwas Glück dazugehöre. Die Aussage ist elf Jahre alt, der Grundgedanke gilt aber weiterhin: Ein grösserer Suchradius erhöht die Auswahl.
Was du die Genossenschaft fragen solltest
Jede Genossenschaft hat eigene Statuten und ein eigenes Vermietungsreglement. Bevor du dich bewirbst oder auf eine Liste setzen lässt, kläre diese Punkte:
- Gibt es eine Warteliste, und wie wird sie erneuert?
- Muss ich vorher Mitglied werden, und wie hoch ist das Anteilkapital?
- Gibt es eine Mindestbelegung (häufig gilt «Personen plus eins»)?
- Gelten Einkommens- oder Vermögenslimiten?
- Wo schreibt ihr freie Wohnungen aus?
Eine Routine, die in 20 Minuten pro Woche klappt
Das ist eine Empfehlung von uns, keine Vorschrift: Nimm dir einmal pro Woche eine feste Zeit. Geh die zehn bis fünfzehn Genossenschaften deiner Wunschquartiere durch, schau bei jeder unter «Wohnen» oder «Freie Wohnungen» nach und notiere dir, ob dort eine Warteliste existiert. Trage dich überall ein, wo es möglich ist, und setze dir im Kalender einen Termin, um die Einträge zu erneuern. So verlierst du keinen Platz, weil ein Eintrag verfallen ist.
Wenn eine Genossenschaft keine Warteliste führt und nur Inserate schaltet, hilft nur Regelmässigkeit. Prüfe diese Websites am besten öfter als einmal pro Woche oder lass dich benachrichtigen.
Häufige Fragen
Gibt es eine zentrale Warteliste für Bern?
Nicht dass wir wüssten. Wir haben keine zentrale Anmeldestelle gefunden; die Genossenschaften vergeben selbst. Der Regionalverband Bern-Solothurn ist die Anlaufstelle für Fragen.
Wie hoch ist der Leerstand in Bern?
Laut städtischer Statistik 0.44 Prozent bei der Zählung 2025, unverändert zum Vorjahr.
Wer vermietet die städtischen Wohnungen?
Immobilien Stadt Bern. Für günstigen Wohnraum mit Vermietungskriterien gibt es ein Merkblatt mit den Bedingungen.
Ist die Mitgliederliste vollständig?
Nein. Der Regionalverband schreibt, die Nennung im Internet erfolge nur mit Zustimmung der Mitglieder.
Quellen
- Stadt Bern: «Leerwohnungsziffer bleibt unverändert bei 0,44 Prozent» (Medienmitteilung Statistik, 2025)
- WBG Bern-Solothurn: Regionalverband
- WBG Bern-Solothurn: Mitgliederliste
- Wohnbaugenossenschaften Schweiz: Tipps zur Wohnungssuche
- WBG Zürich: Tipps zur Wohnungssuche
- Immobilien Stadt Bern: Vermietungskriterien für günstigen Wohnraum
- SRF: Genossenschaftswohnungen – grosser Run, kleine Chancen (25.4.2015)
Stand der Quellen: Oktober 2026. Regeln und Beträge ändern sich; verbindlich sind die Angaben der jeweiligen Genossenschaft.
Weitere Artikel findest du im Ratgeber.